MPU-Kurs: Was drinsteckt, was er kostet, wann er reicht.
Einzelgespräch, Gruppe oder begleiteter Fernlehrgang – ein MPU-Kurs ist die angeleitete Vorbereitung auf die Untersuchung. Hier stehen Ablauf, Umfang und Preise nebeneinander.
Kurz beantwortet: Was ist ein MPU-Kurs?
Ein MPU-Kurs ist die angeleitete Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung: Aktensichtung, Aufarbeitung der eigenen Vorgeschichte, Klärung der geforderten Nachweise und mindestens eine vollständige Probeexploration. Er ersetzt weder Therapie noch Rechtsberatung und ist kein amtliches Verfahren – das Gutachten erstellt später eine unabhängige Begutachtungsstelle.
Welches Format passt, entscheidet der Anlass: Bei einer Punkte-MPU reicht oft ein Gruppenkurs, sobald ein Abstinenznachweis verlangt wird, ist Einzelbegleitung der sinnvollere Weg – weil dann nicht der Kurs die Dauer bestimmt, sondern der Nachweis.
- Umfang
- nach Fall, vorab schriftlich festgelegt
- Kosten
- ca. 600 – 2.400 € je Format
- Dauer
- 6 Wochen bis mehrere Monate
- Pflicht?
- nein, aber im Erstversuch entscheidend
MPU-Kurs Formate: Umfang und Kosten im Vergleich
Marktübliche Spannen. Der verbindliche Preis steht bei uns nach der Aktensichtung fest, weil erst dann der Umfang feststeht.
| Format | Umfang | Passend bei | Preisspanne |
|---|---|---|---|
| Einzelgespräche | Anzahl nach Fall, vorab schriftlich festgelegt | Alle Anlässe, besonders bei Abstinenzauflage oder mehreren Eintragungen | ca. 1.200 – 2.400 € |
| Gruppenkurs | feste Gruppe, Terminzahl nach Programm | Punkte-Anlässe, einfache Fälle ohne Nachweisauflage | ca. 600 – 1.200 € |
| Fernlehrgang (ZFU-zugelassen) | Selbstlernteil plus begleitete Videotermine | Bundesweit, wenn Präsenztermine schwer planbar sind | ca. 1.200 – 2.200 € |
| Kompaktkurs / Wochenende | 1 – 2 Tage am Stück | Auffrischung kurz vor dem Termin, nie als einzige Vorbereitung | ca. 400 – 900 € |
Die vollständige Kostenaufstellung inklusive Gutachten, Behördengebühr und Laborkosten steht auf der Seite zu den Kosten der MPU-Vorbereitung.
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Wie ein MPU-Kurs abläuft.
Die Reihenfolge entscheidet über die Gesamtdauer. Wer mit den Sitzungen beginnt, bevor die Akte gesichtet ist, startet den Abstinenznachweis zu spät – und verliert Monate, die später niemand aufholen kann.
Schritt 1: Aktensichtung vor der ersten Sitzung
Am Anfang steht nicht das Gespräch, sondern die behördliche Fragestellung. Aus ihr geht hervor, worauf die Begutachtungsstelle prüfen wird: Alkohol, Drogen, Punkte, Straftat oder eine Kombination. Erst danach lässt sich sagen, welche Nachweise verlangt werden und wie viele Sitzungen realistisch nötig sind.
Ein seriöses Kursangebot nennt den Preis deshalb erst nach diesem Schritt. Wer vorher einen Festpreis nennt, kalkuliert ins Blaue.
Schritt 2: Nachweise klären und sofort starten
Verlangt die Behörde einen Abstinenznachweis, bestimmt dessen Laufzeit die Gesamtdauer – nicht der Kurs. Sechs oder zwölf Monate Urinkontrollprogramm lassen sich weder abkürzen noch rückwirkend beginnen.
Deshalb läuft der Nachweis parallel zu den Sitzungen, nicht danach. Welche Nachweisart in welchem Fall verlangt wird, steht auf der Seite zu den Nachweiszeiten.
Schritt 3: Aufarbeitung in Sitzungen
Im Kern des Kurses steht die eigene Geschichte: Wann hat der Konsum begonnen, welche Funktion hatte er, was war der Auslöser des Vorfalls, was hat sich seitdem konkret geändert. Nicht als Bekenntnis, sondern als nachvollziehbarer Verlauf mit belegbaren Veränderungen im Alltag.
Was in der Begutachtung zählt, ist Einsicht – nicht Reue. Wer nur bereut, aber das Muster nicht benennen kann, bleibt für die Gutachterin unberechenbar.
Schritt 4: Probeexploration mit Auswertung
Am Ende steht mindestens ein vollständiges Gespräch unter realen Bedingungen, mit strukturierter Auswertung im Anschluss. Das ist der Teil, der im Preisvergleich am häufigsten fehlt – und der den Unterschied macht, weil der Untersuchungstermin dann keine Premiere mehr ist.
Typische Fragen und ihre Absicht stehen auf unserer Seite zu den MPU-Fragen. Erst wenn die Probeexploration sitzt, wird der Termin bei der Begutachtungsstelle festgelegt.
Wann ein Kurs allein nicht reicht
Bei bestehender Abhängigkeit ersetzt kein Kurs eine Behandlung; die Begutachtungsstelle verlangt dann in der Regel eine dokumentierte Therapie. Bei rechtlichen Fragen – Fristen, Widerspruch, Entzug – ist eine Rechtsberatung der richtige Ort.
Und wer bereits ein negatives Gutachten hat, sollte nicht einfach denselben Kurs wiederholen: Dort steht schwarz auf weiß, welcher Punkt gefehlt hat. Diese Lücke gehört geschlossen, bevor ein neuer Termin ansteht.
Fragen zum MPU-Kurs: Kosten, Umfang, Format und Pflicht
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