Fragenkatalog

MPU-Fragen und Antworten: was im Gespräch wirklich gefragt wird.

Typische Fragen aus dem psychologischen Teil, sortiert nach Alkohol, Drogen und Punkten – mit der Absicht hinter jeder Frage, einer tragfähigen und einer durchfallenden Antwort sowie den Testfragen aus dem Leistungstest.

Kurz beantwortet

Es gibt keinen offiziellen MPU-Fragebogen. Das psychologische Gespräch wird frei geführt und folgt der Fragestellung in der Anordnung sowie dem, was in deiner Akte steht. Die Fragen unten sind deshalb keine Prüfungsliste, sondern zeigen die Logik: Vorgeschichte, Vorfall, Auslöser, Veränderung, Überprüfbarkeit.

Bewertet wird nicht die Formulierung, sondern die Widerspruchsfreiheit zwischen Akte, Lebenslauf und dem, was du erzählst. Auswendig gelernte Antworten fallen auf, weil Gutachterinnen und Gutachter genau dort nachfragen, wo eine Schilderung zu glatt klingt.

Amtlicher Fragebogen
existiert nicht
Dauer des Gesprächs
45 bis 90 Minuten
Themenblöcke
Vorgeschichte, Delikt, Veränderung
Bewertet wird
Widerspruchsfreiheit
123MPU+ MPU-Bürgerservice

Die Fragen im MPU-Gespräch verstehen: kostenloses Live-Webinar

rund 100 Minuten online & bundesweit
Fragenkatalog

Fragen nach Anlass – und was dahintersteckt.

Die Fragen unterscheiden sich stark nach Anlass. Was gleich bleibt, ist die Prüflogik: Passt die Erzählung zu den Daten in der Akte?

Warum es keinen Fragenkatalog zum Auswendiglernen gibt

Die Begutachtungsstelle arbeitet nach den Beurteilungskriterien der verkehrspsychologischen Fachgesellschaften. Darin stehen keine Fragen, sondern Kriterien: Ist die Problemeinsicht nachvollziehbar? Sind die Veränderungen stabil und überprüfbar? Passt die Selbstdarstellung zu den objektiven Befunden?

Deshalb führt jede Gutachterin das Gespräch anders. Zwei Personen mit identischem Wert bekommen unterschiedliche Fragen, weil ihre Akten unterschiedlich sind. Wer einen Fragenkatalog auswendig lernt, ist bei der zweiten Nachfrage am Ende.

Die vier Antwortmuster, die regelmäßig durchfallen

Erstens die Bagatellisierung: Der gemessene Wert passt nicht zur geschilderten Trinkmenge. Zweitens die Überanpassung: auswendig klingende Sätze über Reue und Einsicht ohne konkreten Alltagsbezug. Drittens die Schuldverlagerung auf Kontrolle, Pech oder Umstände.

Viertens die fehlende Überprüfbarkeit: Veränderungen werden behauptet, aber nicht an konkreten Situationen festgemacht. Eine belastbare Antwort benennt, was am Freitagabend heute anders abläuft als vor zwei Jahren – nicht, dass man heute verantwortungsvoller sei.

Dieselbe Frage, zwei Antworten: was trägt und was durchfällt

Frage: „Was hat sich seit dem Vorfall verändert?“ Eine durchfallende Antwort lautet: „Ich habe verstanden, dass es so nicht weitergeht, und trinke seitdem verantwortungsvoll.“ Der Satz ist nicht falsch, aber er enthält nichts Überprüfbares – keine Situation, kein Zeitpunkt, keine Konsequenz.

Eine tragfähige Antwort auf dieselbe Frage benennt konkret: seit wann kein Alkohol mehr im Haus ist, wie der Freitagabend heute abläuft, welche Runde deshalb weggefallen ist, wer im Umfeld davon weiß und wie im letzten Urlaub reagiert wurde, als angestoßen wurde. Der Unterschied liegt nicht im Wortschatz, sondern darin, dass die zweite Antwort Nachfragen aushält.

Dasselbe Muster gilt beim Delikt. „Ich hatte einen schlechten Tag“ erklärt nichts. Tragfähig ist die Rekonstruktion: welcher Anlass, wie viel über welchen Zeitraum, warum die Entscheidung zu fahren in dem Moment möglich schien und an welcher Stelle heute anders entschieden wird.

MPU-Testfragen im Leistungstest: was dort wirklich abgefragt wird

Wer nach Testfragen sucht, meint oft nicht das Gespräch, sondern den Leistungstest am Rechner. Der prüft kein Wissen und stellt keine Fragen zum Delikt, sondern misst Reaktionsschnelligkeit, Konzentration unter Zeitdruck, Aufmerksamkeitsverteilung und optische Orientierung. Bearbeitet werden Bildschirmaufgaben mit Tasten und Fußpedalen, meist unter steigendem Tempo.

Der Test ist damit der am besten übbare Teil der MPU – nicht durch Auswendiglernen, sondern durch Gewöhnung an den Zeitdruck und an die Bedienung. Wer hier unter dem Kriterium bleibt, kann die Fahrverhaltensbeobachtung als Ausgleich nutzen. Einen Eindruck vom Anforderungsniveau gibt unser kostenloser Reaktionszeit-Test.

Aus der Begleitung: wenn die Erzählung geübt klingt

In einer Probeexploration schilderte ein Klient seine Konsumgeschichte in fast identischen Formulierungen wie im Vorgespräch – flüssig, vollständig, ohne Zögern. Genau das war das Problem: Der Text war ein Vortrag, keine Erinnerung. Bei der dritten Nachfrage zu einem konkreten Abend brach die Schilderung zusammen.

Die Arbeit ging danach nicht in Richtung besserer Formulierungen, sondern zurück in die Anamnese: Wann genau begann der regelmäßige Konsum, welche Belastung lag darunter, welche Situationen sind heute anders gelöst. Das Ergebnis klang im zweiten Durchlauf unruhiger – und war erstmals überprüfbar.

So bereitest du dich auf die Fragen sinnvoll vor

Erstens Akte lesen, damit du weißt, welche Daten der Gutachterin vorliegen. Zweitens die eigene Geschichte chronologisch rekonstruieren, mit Jahreszahlen und Anlässen. Drittens Veränderungen an konkreten Situationen festmachen. Viertens eine vollständige Probeexploration führen und auswerten lassen.

Fragenlisten aus dem Internet taugen zur Orientierung, nicht zur Vorbereitung. Wer damit arbeitet, sollte zu jeder Frage die eigene Antwort auf Belegbarkeit prüfen – nicht auf Wohlklang.

Alkohol: typische Fragen im Gespräch

  • Seit wann trinken Sie Alkohol, und wie hat sich das über die Jahre verändert?
  • Wie viel haben Sie an einem normalen Abend getrunken, wie viel am Tag des Vorfalls?
  • Wie erklären Sie sich den gemessenen Wert?
  • Wann haben Sie zum ersten Mal gemerkt, dass Ihr Konsum zum Problem wird?
  • Gab es vor diesem Vorfall Fahrten unter Alkohol, die nicht bemerkt wurden?
  • Was genau hat sich seit dem Vorfall verändert, und woran merkt das Ihr Umfeld?
  • Wie gehen Sie heute mit Situationen um, in denen früher getrunken wurde?

Geprüft wird die Konsistenz zwischen gemessenem Wert, geschilderter Trinkmenge und Gewöhnung. Ein hoher Wert bei angeblich seltenem Konsum ist der klassische Widerspruch, an dem Gutachten scheitern.

Drogen: typische Fragen im Gespräch

  • Wann und in welcher Situation haben Sie zum ersten Mal konsumiert?
  • Welche Substanzen, in welchen Mengen, in welchen Abständen?
  • Welche Funktion hatte der Konsum für Sie – Entspannung, Leistung, Anschluss?
  • Wann war Ihr letzter Konsum, auf den Tag genau?
  • Wie haben Sie Ihr Umfeld verändert, in dem konsumiert wurde?
  • Was tun Sie, wenn Ihnen morgen jemand etwas anbietet?
  • Woran würden Sie selbst merken, dass Sie rückfallgefährdet sind?

Geprüft wird, ob Abstinenz verstanden oder nur durchgehalten wird. Verlangt wird eine nachvollziehbare Erklärung, warum sich das Konsumverhalten nicht wiederholt – belegt durch Nachweise und durch Veränderungen im Alltag.

Punkte: typische Fragen im Gespräch

  • Welche Verstöße stehen in Ihrem Register, und wie kam es jeweils dazu?
  • Welches Muster erkennen Sie selbst in dieser Liste?
  • Welche Rolle spielen Beruf, Termindruck oder Fahrleistung?
  • Was hat sich seit dem letzten Verstoß in Ihrem Fahrverhalten geändert?
  • Wie planen Sie heute Fahrten, bei denen Sie früher zu schnell waren?
  • Woran ist diese Veränderung für andere überprüfbar?

Geprüft wird das Verkehrsverhalten, nicht der Substanzkonsum. Der häufigste Vorbereitungsfehler ist, den Fall wie eine Suchtfrage zu behandeln statt die eigene Fahrpraxis konkret zu analysieren.

Häufige Fragen zum MPU-Fragenkatalog

Anbieterangaben zu 123MPU+ im Überblick

Diese Seite stammt vom Anbieter selbst. Damit du die Angaben prüfen kannst, stehen Firmierung, Zulassung und Zuständigkeiten hier vollständig.

Anbieter
123MPU+ GmbH
Sitz
Bahnhofstraße 3, 56424 Mogendorf
Geschäftsführer
Falko Jerschabek
Fachliche Leitung
Michael Craemer, Gründer
Staatliche Zulassung
ZFU-Zulassungsnummer 7467325
USt-IdNr.
DE454135925
Formate
Online per Video und Präsenz, bundesweit
Rückmeldung auf Anfragen
am selben Tag, spätestens innerhalb von 24 Stunden

In unserer Begleitung ist mindestens eine vollständige Probeexploration mit strukturierter Auswertung enthalten – geübt wird das Gespräch, nicht der Fragenkatalog.

Beginne heute mit deiner MPU-Strategie.

Kostenfreies Erstgespräch mit einem psychologischen Fachberater. Ergebnis: ein klarer Fahrplan zur Wiedererlangung deines Führerscheins.