Bremsweg berechnen.
Reaktions- und Bremsweg auf einen Blick. Geschwindigkeit, Untergrund und Gefahrenbremsung – Faustformel (v/10)² als Basis.
Faustregel im Straßenverkehr: 1 Sekunde. Müdigkeit oder Ablenkung verlängern.
Schätzwert nach Faustformel (v/10)² mit Untergrundfaktor und Halbierung bei Gefahrenbremsung. Reale Werte hängen von Reifen, Fahrzeug, Beladung und Konzentration ab.
Häufige Fragen.
- Welche Formel steht hinter dem Bremsweg?
- Fahrschul-Faustformel: Bremsweg in m = (Geschwindigkeit in km/h ÷ 10)². Bei Gefahrenbremsung halbiert sich der Wert: ((v/10)²) ÷ 2. Der Reaktionsweg = (v × Reaktionszeit) ÷ 3,6. Beide zusammen ergeben den Anhalteweg.
- Wie lang ist der Bremsweg bei 50 km/h?
- Trockene Straße: 25 m Bremsweg + 14 m Reaktionsweg = 39 m Anhalteweg. Bei Gefahrenbremsung sind es nur 12,5 m Bremsweg. Bei nasser Fahrbahn ca. 33 m Bremsweg, bei Schnee/Eis bis 63 m.
- Wie wirkt der Untergrund?
- Nass verlängert den Bremsweg um ca. 30 % (Faktor 1,3). Schnee und Eis um 150 % bis 300 % (Faktor 2,5–4). Profiltiefe unter 4 mm verschlechtert das Bremsverhalten dramatisch (gesetzliche Mindesttiefe 1,6 mm – sicher fahren ab 4 mm).
- Was passiert beim Aufprall mit Restgeschwindigkeit?
- Wer bei 50 km/h beginnt zu bremsen und ein Hindernis nach 25 m hat, prallt mit ca. 0 km/h auf (gerade noch). Bei 60 km/h Ausgangsgeschwindigkeit prallt das Auto nach 25 m noch mit ca. 33 km/h auf – Energie steigt quadratisch (E = ½mv²).
- Wie genau ist die (v/10)²-Formel?
- Sie ist eine Näherung für ein durchschnittliches Pkw mit guten Reifen auf trockener Asphaltdecke (Bremsverzögerung ca. 6–8 m/s²). Reale Werte schwanken um ±20 %. Sportwagen/ABS-Pkw schaffen bis 10 m/s² (kürzere Wege).
- Welche Reaktionszeit ist normal im Straßenverkehr?
- BASt-Studien: 0,8–1,2 Sekunden bei aufmerksamen Fahrern. Im Schnitt rechnet man mit 1 Sekunde. Müdigkeit, Ablenkung (Smartphone!), Alkohol oder Cannabis verlängern auf 1,5–2,5 Sekunden – das verdoppelt den Reaktionsweg.
- Was hat der Bremsweg mit der MPU zu tun?
- Bei Punkte-MPU (§ 4 StVG) und nach Geschwindigkeitsdelikten wird Risikoeinschätzung geprüft. Wer im Gespräch konkret nennen kann, dass 50 km/h innerorts 39 m Anhalteweg bedeuten, zeigt belastbare Verkehrseinsicht – ein zentraler Hypothesenbeleg im Gutachten.
- Warum ist innerorts 50 km/h die Grenze?
- Bei 50 km/h ist der typische Pkw-Anhalteweg knapp unter 40 m – die durchschnittliche Sichtweite eines Stadtquerstrahls. Schon 60 km/h (Anhalteweg ~50 m) macht Reaktion auf plötzlich auftauchende Fußgänger physikalisch unmöglich.
- Wie unterscheiden sich Pkw, Lkw und Motorrad?
- Lkw bremsen bei 80 km/h ca. 50–60 m (gegenüber 64 m beim Pkw bei 80 km/h) – schwerere Achsbremsen, aber höhere Masse. Motorräder ähnlich Pkw bei trockener Strecke, deutlich schlechter bei Nässe (kleinere Reifenaufstandsfläche).
- Wie kann ich meinen Bremsweg trainieren?
- Reaktionszeit lässt sich mit unserem Reaktionszeit-Test messen und über Wachheit, Pausen, kein Alkohol senken. Bremsweg-Verkürzung kommt nur über Reifen, Bremsanlage und Fahrbahn – fahrtechnisch lernst du in einem ADAC-/DEKRA-Sicherheitstraining.
Wie schnell reagierst du wirklich? Mach den Reaktionszeit-Test und setze deinen eigenen Wert oben ein.
Bremsweg-Tabelle nach Geschwindigkeit & Untergrund.
Berechnung mit Faustformel (v/10)², Reaktionszeit 1 s, Untergrundfaktoren trocken 1,0 / nass 1,3 / Schnee 2,5.
| Geschwindigkeit | Reaktionsweg | Bremsweg trocken | Bremsweg nass | Bremsweg Schnee |
|---|---|---|---|---|
| 30 km/h | 8.3 m | 9 m | 12 m | 23 m |
| 50 km/h | 13.9 m | 25 m | 33 m | 63 m |
| 70 km/h | 19.4 m | 49 m | 64 m | 123 m |
| 100 km/h | 27.8 m | 100 m | 130 m | 250 m |
| 130 km/h | 36.1 m | 169 m | 220 m | 423 m |
Quellen: Fahrschulformel nach DVR, BASt-Studie zur Reaktionszeit (Forschungsbericht 2017), § 3 StVO.
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