Wiederholungsfälle

MPU nach mehreren Fehlversuchen.

Ab dem zweiten negativen Gutachten reicht es nicht mehr, die eigene Geschichte zu erzählen. Du musst zusätzlich erklären, was sich seit dem letzten Termin verändert hat – und das belegen.

Kurz beantwortet

Eine MPU darf beliebig oft wiederholt werden. Der Anspruch steigt jedoch mit jedem Versuch: Frühere Angaben stehen in der Akte, und die Begutachtungsstelle prüft nicht nur deine Situation, sondern auch die Widersprüche zwischen den Terminen.

Deshalb beginnt die Vorbereitung eines Wiederholungsfalls nicht bei der MPU, sondern bei den vorliegenden Gutachten. Dort ist meist wörtlich benannt, welche Aussagen nicht überzeugt haben – und genau diese Punkte sind der Arbeitsauftrag.

Zahl der Versuche
gesetzlich unbegrenzt
Sperrfrist zwischen Terminen
keine
Sinnvoller Abstand
3 – 12 Monate
Entscheidend
veränderte Grundlage, nicht bessere Formulierung
Vorgehen

Wie ein Wiederholungsfall aufgebaut wird.

Alle Gutachten nebeneinanderlegen

Bei zwei oder drei Versuchen entsteht erst im Vergleich das Bild: Welche Aussage hat sich zwischen den Terminen verändert, ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund gibt? Genau solche Stellen sind es, die ein Gutachten als nicht plausibel bewerten.

Häufig zeigt sich dabei, dass die Trinkmenge beim zweiten Termin niedriger angegeben wurde als beim ersten – in der Annahme, das wirke besser. Der Effekt ist das Gegenteil.

Die Vorgeschichte neu rekonstruieren, nicht korrigieren

Wir gehen die Konsumbiografie noch einmal vollständig durch, mit Zeiträumen, Mengen, Lebensumständen und den Phasen, die beim ersten Mal weggelassen wurden. Das ist unbequem, weil es meist um die Jahre geht, über die bisher niemand gesprochen hat.

Aus dieser Rekonstruktion entsteht eine Darstellung, die unter Nachfragen trägt, weil sie stimmt – nicht, weil sie geübt ist.

Belege prüfen und Lücken schließen

Wir prüfen, ob bestehende Abstinenznachweise formal verwertbar sind: CTU-Konformität, Abstände zwischen den Kontrollen, Vollständigkeit, Alter der Befunde. Wo eine Lücke besteht, wird sie geschlossen, bevor ein Termin gebucht wird.

Ein Nachweis mit einer unerklärten Lücke ist im Wiederholungsfall gravierender als beim ersten Versuch, weil er das ohnehin bestehende Zweifelsmuster bestätigt.

Probeexploration mit Fokus auf die Bruchstellen

Im Probegespräch arbeiten wir gezielt an den Passagen, an denen die früheren Gutachten Widersprüche gesehen haben. Anschließend gibt es eine klare Rückmeldung, ob die Darstellung jetzt trägt – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass noch Zeit fehlt.

Struktur schlägt Tempo. Ein um vier Monate verschobener Termin ist deutlich billiger als das dritte negative Gutachten.

Fragen von Wiederholern

Beginne heute mit deiner MPU-Strategie.

Kostenfreies Erstgespräch mit einem psychologischen Fachberater. Ergebnis: ein klarer Fahrplan zur Wiedererlangung deines Führerscheins.