Nach dem Führerscheinentzug stellen sich zwei Fragen gleichzeitig: Wann bekomme ich den Lappen zurück – und was kostet es mich? Diese Übersicht rechnet ehrlich nach: Begutachtung, Vorbereitung, Abstinenznachweis, rechtliche Begleitung. Alle Zahlen sind aus 2026er Praxis und decken sich mit den aktuellen Gebührenordnungen der Träger.
Die vier großen Kostenblöcke
MPU-Kosten verteilen sich auf vier Bereiche, die zeitlich nacheinander anfallen – und genau diese Reihenfolge entscheidet auch, wo man am meisten sparen kann. Vor der eigentlichen Begutachtung steht oft schon ein hoher Betrag aus Strafverfahren und Gerichtsgebühren auf dem Konto.
| Block | Spanne 2026 | Wer berechnet? |
|---|---|---|
| Begutachtung (MPU selbst) | 900–2.000 € | TÜV, DEKRA, ABV … |
| Abstinenznachweis 6–12 Mon. | 500–1.400 € | akkreditiertes Labor |
| Vorbereitung / Coaching | nach Vereinbarung | Verkehrspsychologe |
| Anwalt, Gericht, Wiedererteilung | 300–2.000 € | RA + Behörde |
In Summe landen die meisten Klienten bei 3.500–10.000 €. Wer eine MPU wiederholen muss, zahlt jeden Block nochmal – ein guter Grund, beim ersten Anlauf in saubere Vorbereitung zu investieren.
Begutachtung: 900–2.000 € – warum die Spanne so groß ist
Die reine Begutachtung beim Träger (TÜV NORD Mobilität, TÜV SÜD Life Service, DEKRA, ABV, AVUS, pima-mpu, HaCo-MPU, 1a-mpu, auctoritas-mpu) kostet 2026 zwischen 900 und 2.000 €. Der Preis hängt fast ausschließlich an der Anzahl der Fragestellungen, die die Führerscheinstelle in den Bescheid geschrieben hat: Eine Frage "Alkohol" ist günstiger als kombinierte Fragestellung "Alkohol + Drogen + Punkte".
Welcher Träger im konkreten Fall sinnvoll ist, hängt von Region, Wartezeit und Spezialisierung ab – Details dazu im Beitrag Wartezeiten bei TÜV, DEKRA & ABV im Vergleich.
Abstinenznachweis: 500–1.400 € – der zweitgrößte Block
Bei Alkohol- und Drogen-MPUs ist ein laborgestützter Abstinenznachweis fast immer Pflicht. Standard sind 6 oder 12 Monate, abhängig vom Anlass. Die Kosten unterscheiden sich nach Methode: eine eTG-Haaranalyse alle 3 Monate liegt bei rund 130–180 € pro Probe, ein Urin-Screening-Programm bei rund 50–80 € pro Termin – dafür dichter getaktet.
Vorbereitung: nach Vereinbarung – aber kein Verzicht
Die Vorbereitung ist der einzige Block, in dem man echte Stellschrauben hat – und gleichzeitig der Block, an dem die meisten falsch sparen. Selbstvorbereitung mit Buch und YouTube führt laut KBA-Statistik in über 60 % der Fälle zum negativen Erstgutachten. Eine begleitete Vorbereitung verdoppelt die Erfolgsquote in etwa.
Realistische Formate, Preise und Erfolgsquoten findest du im Cluster MPU-Vorbereitung. Individuelle Vereinbarung läuft über 123mpu.de.
Wiederholungs-MPU: warum der zweite Anlauf teurer ist
Eine zweite MPU kostet bei der Begutachtung exakt dasselbe wie die erste – also wieder 900–2.000 €. Hinzu kommt aber: ein negatives Erstgutachten verlängert in der Regel den nötigen Abstinenzzeitraum, und die Behörde verlangt häufig eine erweiterte Vorbereitung. In der Praxis liegen die Mehrkosten einer Wiederholung bei 1.500–3.500 € – Geld, das in den Erstanlauf besser investiert gewesen wäre.
Wer zahlt eigentlich? Krankenkasse, Arbeitsamt, Arbeitgeber
Die nüchterne Antwort: in der Regel niemand außer du selbst. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen MPU-Kosten nicht, das Arbeitsamt nur in eng begrenzten Reha-Fällen, der Arbeitgeber freiwillig (häufig im Berufskraftfahrerumfeld). Eine steuerliche Absetzbarkeit als Werbungskosten ist möglich, wenn der Führerschein beruflich erforderlich ist – das sollte aber ein Steuerberater im Einzelfall prüfen.
Häufige Fragen
- Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) – Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung
- Gebührenverordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt)
- Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) – Statistik MPU-Anlässe und Bestehensquoten
